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Sonstiges:
RATGEBER, DIE HALTEN, WAS SIE VERSPRECHEN!
verständlich - wegweisend - markant
So werden Sie den inneren Schweinhund überwinden!Wir Menschen sind schon ein wenig schizophren. Sprechen wir miteinander über den inneren Schweinehund, so ist er der Böse, den es zu überwinden gilt. Beißt er allerdings zu, setzen wir uns nicht zur Wehr, sondern streicheln und liebkosen ihn. Was nun? Ist er Feind oder Freund. Machen wir ihm den Garaus oder sorgen wir dafür, dass es zumindest ihm gut geht?
Beim Abnehmen hat der innere Schweinehund gleich zwei große Angriffsflächen. Zum einen muss ja in Bezug auf unsere Ernährung etwas geschehen und zum anderen sollten körperliche Aktivitäten mit ins Abnehmprogramm aufgenommen werden. Der innere Schweinehund wehrt sich gegen anderes Essen, weniger Nahrung und Sport. Da macht er uns wirklich das Leben schwer.
Nun gut - dann ist er wohl doch eher unser Feind, den wir kennenlernen sollten, um ihm auch die Stirn bieten zu können, oder?
Mit Wildschweinen ist nicht zu spaßen. Deshalb hat man früher bei der Jagd auf diese Gesellen Sauhunde eingesetzt. Diese waren aggressiv und hartnäckig. Sie hetzten die Wildschweine, sorgten dafür, dass sie ermüden, und hielten sie fest.
Unser innerer Sauhund ist auch so eine hartnäckige Bestie. Sie hat ihre Hütte in unserem Gehirn und entspricht wohl eher antrainierten Gewohnheiten. Und das funktioniert in etwa so:
Früher genossen wir einen Teller frisches Gemüse mit Kartoffeln, doch mit der Zeit zogen wir den Schweinhund groß, der sich nun an Fast Food ergötzt ((neue) antrainierte Gewohnheit). Unser Gehirn belohnt dies, indem es Glücksgefühle auslöst.
Das beglückende Fußballspiel mit Freunden ersetzte er durch eine Couchlümmelei und bekommt vom Gehirn auch dafür Glücksgefühle.
Am Anfang steht also ein Handeln, das zur Gewohnheit wird. Diese Gewohnheit - und sei sie noch so ungesund, charakterlos usw. - begeistert uns, was das Gehirn dazu veranlasst, uns mit Glücksgefühlen zu überschütten. Fortan nimmt die Gewohnheit tierische Züge an - der innere Schweinehund ist geboren.
Meines Erachtens ist der innere Schweinehund damit nicht hinreichend erklärt. Er könnte auch Fuchshund heißen. Schlau wie ein Fuchs ist er immer dann zur Stelle, wenn wir schwach sind. Dann schmeichelt er sich ein und flüstert uns ins Ohr, dass klein beigeben das Beste für uns wäre. Die sprichwörtliche Fuchsschläue sorgt aber immer nur dafür, dass er "mit vollem Magen" davonzieht!
So gesehen ist der innere Schweinehund auch ein Schlangenhund. Er ist uns gegenüber falsch, lügt uns an und stattet uns für den Moment des Versagens mit vielen Ausreden aus. Am Schluss stehen wir wieder mit einem Feigenblatt im Paradies und werden vertrieben.
Der innere Schweinehund ist auch ein Faultierhund. Vor uns liegt eine anstrengende Tätigkeit oder etwas Unangenehmes, das wir tun sollten und schon kommt eine große Trägheit über uns. Aus der Willensschwäche wird Willenlosigkeit und die bequemere Sache geht vor.
Mit den drei Ebenen meine ich unser sein als Geist-Seele-Leib - oder, anders ausgedrückt: die Verstandes-, Gefühls- und Körperebene. Zur Überwindung des inneren Schweinehunds müssen wir also alle Kräfte aufbieten, um erfolgreich zu sein.
Keine wagen Ziele a la "Ich nehme jetzt ab und treibe Sport!" Das reicht nicht aus. Das klingt so schon wie "Vielleicht nehme ich jetzt ab und treibe Sport - aber wohl eher nicht!" Dafür muss der innere Schweinehund nicht einmal aus seiner Hütte kommen!
Ihre Ziele müssen sehr eindeutig sein. Zum Beispiel:
Wie geht es Ihnen, wenn Sie das so lesen? Könnten Sie sich vorstellen, dass sich auf diese Art und Weise wieder eine "andere Gewohnheit" in Ihr Leben einschleicht, bei welcher der Fuchshund gar nicht richtig mit bekommt, wie er mit den eigenen Waffen der List überwunden wird?
Weitere wichtige Tipps in Bezug auf Ihre Ziele sind:
Wer immerzu negativ denkt, verharmlost dies meist auch. Fast möchte ich sagen, dass auch negative Gedanken eine Schweinehundgewohnheit sind. Wie wollen Sie den Abnehm- und Sport-Schweinehund überwinden, wenn Sie diesbezüglich andauernd negativ denken?
Was erwarten Sie für ein Ergebnis, wenn Sie so denken? Meinen Sie wirklich, dass Sie auf diese Art und Weise Erfolg haben werden?
Negative Gedanken setzen den inneren Schweinehund auf den Thron und geben ihm das Zepter der Macht in die Pfote. Irgendwie habe ich da den Eindruck, dass er da gar nicht mehr aktiv werden muss. Kein Knurren, kein Hetzen, kein Festhalten - einfach nur die gegebene Macht genießen.
Wie werden solche Machthaber entthront? Das sehen wir zurzeit in einigen Ländern. Die Leute gehen auf die Straße. Sie kämpfen für Demokratie, was in den meisten Fällen nicht bedeutet, dass man mit dem Regierenden verhandeln möchte, sondern ihn vom Thron stößt und neu beginnt. Mit dem inneren Schweinehund der Macht braucht man auch nicht auf Dialogkurs zu gehen. Er muss vom Thron gestürzt werden. Die negativen Gedanken müssen gestoppt und dann durch positive ersetzt werden.
Wenn Sie also das nächste Mal negativ zu denken beginnen, dann unterbrechen Sie sich mit einem lauten "STOPP" und führen dann aus, dass Sie abnehmen möchten, um dauerhaft schlank zu sein und ...
Weiter oben habe ich geschrieben, dass der innere Schweinehund eigentlich eine antrainierte Gewohnheit ist und das Gehirn das Gefallen dieser Gewohnheit mit Glücksgefühlen belohnt.
Da wird es allerhöchste Zeit, dass wir diesen Gefühlen andere Gefühle entgegensetzen. Ich meine damit nicht negative Gefühle, sondern positive Gefühle, die mit der neuen Gewohnheit einhergehen.
Belohnen Sie sich für die Umsetzung Ihrer neuen Gewohnheit!
Als Kind hatte ich einen angeborenen Schweinehund. Ich war so naturverbunden, dass ich zum Lernen für die Schule keine Zeit hatte. Da halfen weder Ohrfeigen noch Stubenarrest. Der Schweinehund fächelte mir frische Luft zu, erfüllte meinen Kopf mit Vogelgezwitscher und einer Menge Abenteuer im Wald. Er bellte mich auch an und machte mir damit deutlich, wie unwichtig doch Lesen, Schreiben und Rechnen sind. Ich sollte mein Leben genießen und mich nicht zu Hause mit unnötigem Ballast beladen.
Meinen Pflegeeltern war aber wichtig, dass ich zu Bildung kam. Sie hatten auch spitz bekommen, dass ich mit meinen neun Jahren ziemlich scharf auf Geld war. Und so machten Sie einen Belohnungsplan, der nicht einmal für Tests galt, sondern nur für Zeugnisse. Für eine 1 sollte ich 5 DM bekommen, für eine 2 2 DM, für eine 3 nichts, für eine 4 2 DM bezahlen, für eine 5 5 DM und eine 6 durfte es nicht geben! Was soll ich sagen? Auf diese Art und Weise wurde ich von einem der schlechtesten Schüler zum Klassenbesten.
Der Verstand meiner Pflegeeltern arbeitete eine Lernmethode aus (ich war ja noch zu jung dafür), setzte vernünftige Ziele und dachte positiv für mich. Den Schweinehund beeindruckte dies noch nicht so sehr, aber die passende Belohnung schaffte es, mich zum Ziel "viel bessere Noten" zu bringen.
Passen Sie aber bitte auf, dass Sie es mit der Belohnung nicht übertreiben und sich auch nicht kontraproduktiv belohnen. Wahrscheinlich ist das heutzutage kaum vorstellbar, dass die Belohnungsstrategie meiner Pflegeeltern erfolgreich war. Schließlich musste ich ja ca. ein halbes Jahr auf die Belohnung hinarbeiten. Kontraproduktiv wäre es auch gewesen, wenn die Belohnung so ausgesehen hätte, dass ich bei guten Noten im nächsten Schulhalbjahr mehr Lern-Freizeit erhalten hätte!
Finden Sie heraus, was Sie zur Umsetzung motiviert!
Am Besten Sie zäumen das Pferd - diesmal nicht den Schweinhund - zunächst einmal von hinten auf und finden heraus, was Sie demotiviert. Der innere Schweinehund bellt ja nicht nur. Wenn es darum geht, Ausreden zu formulieren, dann beherrscht er unsere Sprache perfekt. Was führt er an, wenn er Ihre Willensschwäche in Willenlosigkeit verwandelt?
Danach suchen Sie nach den Dingen, die Sie motivieren. Egal wie der innere Schweinhund auch heißt, ob das die Abnehmerei betrifft, das Sporteln oder sonst etwas - suchen Sie nach den Dingen, die Sie motivieren. Klar geht es dabei nicht nur um Gefühle, die treten erst auf, wenn Sie sich die Motivationspunkte vor Augen führen. Und dann zieht der Schweinehund jaulend seinen Schwanz ein und verschwindet in seiner Hütte.
Führen Sie sich bei der Umsetzung immer das Ziel vor Augen!
Dieser dritte Punkt ist eigentlich die Haupt-Motivation. Wenn Ihr Ziel kein außergewöhnliches, erstrebenswertes, Sie in höchstem Maße beglückendes Ziel ist, dann erzeugt es auch keine Umsetzungs- und Durchhaltegefühle. Dabei wäre es eigentlich ganz große Klasse, wenn dieses Ziel nicht nur ein Verstandes-Ziel ist, sondern auch selbst schon in die Gefühlsebene hineingerutscht ist.
Mit dem Verstand formulieren Sie eventuell das lapidare Ziel "Ich möchte 20 Kilo abnehmen!" Die Gefühls-Ziele schmücken dieses Ziel aber so aus, dass es erstrebenswert ist und Glücksgefühle auslöst:
Mit dem Körper bedeutet tun. Nicht große Sprüche reißen, sondern ranklotzen, sagt man bei uns. Deshalb habe ich ja auch diesen Handlungsplan verfasst, der detailliert auflistet, was ich wann und wie tun möchte und wie Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.
Diesen Handlungs- und Bewältigungsplan darf man ruhig herzeigen, um dadurch antreibende Unterstützung (Motivation) zu bekommen. Gleichzeitig setzt man sich ja auch ein wenig unter Druck.
Dann sollten Sie Ursachenforschung betreiben. Meistens sind es dann ja viele kleine Ursachen. Es sind die kleinen Schweinehundfüchse, die uns den Erfolg vermiesen. Sie sorgen auch dafür, dass man ganz aufgeben möchte. Das sollten Sie aber niemals tun. Behalten Sie stattdessen das Ziel vor Augen. Schieben Sie es eventuell zeitlich weiter in die Ferne oder modifizieren Sie es anderweitig, aber bleiben Sie am Ziel. Nur bei unrealistischen Zielen sollten Sie eine tief greifende Zielkorrektur vornehmen - nicht aufgeben, sondern das Ziel in ein erreichbares Ziel verwandeln und weiterhin dranbleiben.
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